Tja der Herr Mannichl

08/01/2009

Dreieinhalb Wochen ist es her, dass der Herr Mannichl, seines Zeichens Polizeipräsident in Bayern, vor seiner Villa mit einem Messer angegriffen wurde. Sofort, und dafür bin ich unseren Medien dankbarst verbunden, wurden wir aufgeklärt, dass das nur Rechte gewesen sein konnten. Denn die hat der Herr Mannichl immer so bekämpft. Flugs hat man uns, wobei mich die Schnelligkeit da ab und an doch ein wenig irritiert, Bilder auf allen Kanälen gezeigt, in denen der furchtlose Cop Mannichl bei einer Demo von Rechten Ordnung schafft. Es wurde, auch flugs, eine 50-köpfige Sonderkommission gebildet und fleissig verhaftet. Zuerst 2 Männer, der rechten Szene zugeordnet, dann ein Ehepaar, ebenfalls der rechten Szene zugeordnet, aber das war alles nur heisse Luft. Phantombilder, die man nach Mannichl’s Angaben gefertigt und überall verteilt hat, sind laut Aussagen von Fachleuten wenig professionell.  Die, ich sag jetzt einfach ‚mal angeblichen, Täter haben mordsmässig grosse Tätowierungen an Hals und Gesicht. Und mit so einer Tätowierung kann man sich dann ja auch vor einer Sonderkommission mit 50 Beamten und einer informierten Bevölkerung verstecken. Das Tatmesser soll übrigens dem Herrn Mannichl gehören. Das hatte er auf seinem Fensterbrett draussen am Haus liegengelassen. Klar, wenn man jemanden meucheln will, dann nimmt man kein Messer mit, da wird schon irgendwas ‚rumliegen.  Übrigens, am Tatmesser befinden sich keine DNA-Spuren. Kommen wir hier vielleicht mit „cui bono“, also wem nützt es, weiter? Diese Geschichte hat natürlich einen Zweck. Denn, wie bereits gesagt, irritiert es mich gewaltig, wenn kurz nach der Tat auf allen Fernsehkanälen Politiker zu dieser Tat etwas sagen. Das ging mir nicht nur zu schnell, sondern das kam auch alles recht glatt daher. Immer der gleiche Tenor. Wir brauchen schärfere Gesetze, um diesen Radikalen das Handwerk zu legen. Übrigens, was macht eigentlich „Stasi-Mielke auf Rädern“ (Schäuble), der ja für eine Verschärfung gerade dieser Gesetze eintritt, denn genau von dem hört man in den letzten Wochen nicht ein einziges Wort.

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