Ypsilanti und Simonis

08/11/2008

„Frau zu sein stell Dir ‚mal nicht so einfach vor“, höre ich immer von meiner Frau. Frau zu sein in der SPD ist noch eine Nummer härter.  Auch im zweiten Anlauf hat Frau Ypsilanti es nicht geschafft, Regierungschefin zu werden. Bis zuletzt soll sie mit weichem sch-Laut gezischelt haben „Isch will regieren!“ und hat es voll versemmelt. Jetzt verzichtet sie auf die Position der Spitzenkandidatin, nicht aber auf den Posten als SPD-Chefin. Als Nachfolger hat sie einen „kreativen, intelligenten und fleissigen Abgeordneten“ durchgedrückt, der besonders durch nichts als eine SPD-typische Besonderheit auffällt, nämlich durch einen Doppelnamen.
Frau Simonis hat es seinerzeit immerhin weitaus verzweifelter versucht, sich wählen zu lassen. Ingesamt sollen es wohl vier Versuche gewesen sein, ohne dass sie die erforderliche Mehrheit bekam. Simonis beklagt sich auch, dass die Abweichler Ypsilanti haben ins Messer laufen lassen. Eine bei der SPD nicht unübliche Methode sich im letzten Moment seines Gewissens zu erinnern.
Die Frage, die sich mir stellt, ist allerdings eine ganz andere, weil ich diese Art der politischen Auseinandersetzungen etwas zurückgelehnter und mehr aus dem Blickwinkel der Unterhaltung betrachte.  Ist es denn wirklich so wichtig, ob die Frau Simonis es geschafft hätte, oder die Frau Ypsilanti? Viel wichtiger ist doch das Leben danach. Das Leben nach der Politik. Da geht es doch erst richtig los. Ypsilanti und Simonis sollen doch als erstes Damen-Doppel bei der nächsten Staffel von „Let’s dance“ mitmachen. Und als Überraschungsgast um das intellektuelle Niveau zu wahren hat sich Sarah Palin angesagt.

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