Strickliesel

09/11/2008

Habe heute Nacht schlecht geschlafen. Hatte morgens auch Kopfschmerzen. Lag wohl daran, dass mein Kopf höher lag als üblich. Das wiederum lag an dem Säckchen mit meinen Ersparnissen, die unter dem Kopfkissen lagen. Denn diese Sache hat mir die letzten Tage keine Ruhe gelassen. Kann man den beiden Mitgliedern Merkel und Steinbrück von der Rasselbande aus dem Bundestag trauen, wenn die uns „versichern“, die Einlagen der Sparer seien gesichert??  Da war doch schon ‚mal einer, den konnte man fragen, was man wollte und bekam immer das gleiche Mantra „Die Renten sind sicher“ zu hören. Also, was bedeutet es, wenn uns versichert wird, die Einlagen der Sparer seien sicher. Ich vermute ‚mal, es bedeutet erst einmal garnichts. Man will vermeiden, dass die Sparer den Sparkassen die Hütte einrennen. Rechtlich gesehen ist diese Aussage vermutlich ohne Relevanz, denn ein entsprechendes Gesetz, das die Spareinlagen garantiert, gibt es nicht. Ich befürchte, das wird es auch nicht geben, und deshalb habe ich mir die Strickliesel wieder hervorgeholt und stricke mir jetzt einen Sparstrumpf, damit das mit den Kopfschmerzen morgens aufhört.

„Frau zu sein stell Dir ‚mal nicht so einfach vor“, höre ich immer von meiner Frau. Frau zu sein in der SPD ist noch eine Nummer härter.  Auch im zweiten Anlauf hat Frau Ypsilanti es nicht geschafft, Regierungschefin zu werden. Bis zuletzt soll sie mit weichem sch-Laut gezischelt haben „Isch will regieren!“ und hat es voll versemmelt. Jetzt verzichtet sie auf die Position der Spitzenkandidatin, nicht aber auf den Posten als SPD-Chefin. Als Nachfolger hat sie einen „kreativen, intelligenten und fleissigen Abgeordneten“ durchgedrückt, der besonders durch nichts als eine SPD-typische Besonderheit auffällt, nämlich durch einen Doppelnamen.
Frau Simonis hat es seinerzeit immerhin weitaus verzweifelter versucht, sich wählen zu lassen. Ingesamt sollen es wohl vier Versuche gewesen sein, ohne dass sie die erforderliche Mehrheit bekam. Simonis beklagt sich auch, dass die Abweichler Ypsilanti haben ins Messer laufen lassen. Eine bei der SPD nicht unübliche Methode sich im letzten Moment seines Gewissens zu erinnern.
Die Frage, die sich mir stellt, ist allerdings eine ganz andere, weil ich diese Art der politischen Auseinandersetzungen etwas zurückgelehnter und mehr aus dem Blickwinkel der Unterhaltung betrachte.  Ist es denn wirklich so wichtig, ob die Frau Simonis es geschafft hätte, oder die Frau Ypsilanti? Viel wichtiger ist doch das Leben danach. Das Leben nach der Politik. Da geht es doch erst richtig los. Ypsilanti und Simonis sollen doch als erstes Damen-Doppel bei der nächsten Staffel von „Let’s dance“ mitmachen. Und als Überraschungsgast um das intellektuelle Niveau zu wahren hat sich Sarah Palin angesagt.