Darf ich Ursula und Sie sagen?

21/10/2008

Gestern bei Aldi.
„Du, Frau Müller, wir haben neue Ware. Kannst Du ‚mal schnell mit einräumen?“
Das hört man oft im Einzelhandel, ganz besonders bei Discountern. Einfach ungefragt das Du und der Nachname.
„Frau Behnke, wann machst Du heute Mittag?“ oder „Übernehm ‚mal schnell Kasse 3, Frau Behrens“.
So geht es zu bei den sogenannten einfacheren oder „bildungsfernen“ Mitgliedern der Gesellschaft.

Ab „white collar“, also Angestellte und aufwärts wird gern eine andere Form praktiziert. Da wird in der Regel nicht ungefragt d’rauflosgeduzt. Erst einmal muss ein gewisses Vertrauen vorhanden sein. Also mehr Vertrauen, als wir es gegenwärtig in die Politik und die Banken haben. Und dann wird bei passender Gelegenheit gefragt: „Darf ich Ursula und Sie sagen?“. Das lässt alle Möglichkeiten für einen evtl. Rückzug offen. Das hat auch so etwas Liberales, also FDP-mässiges. Die von der FDP wollen auch immer bei den Grossen dazugehören, aber das klappt meist nicht. Aber zurück zu den Höflichkeitsformen.

Es gibt auch noch eine dritte Form. Eine wirklich typisch deutsche Form. Das ist das sogenannte „Tages-Du“. Was es damit auf sich hat, kann man hier nachlesen.

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