Das fand ich richtig lustig gestern in der Tagesschau um 20 Uhr. Da wurde eine Meldung vorgelesen, dass der amerikanische Präsident dem Iran die Hand reicht und mit denen sprechen und verhandeln will, was der Herr Dabbelju ja vehement abgelehnt hat. Es gab Bilder vom Herrn Obama und dem Herrn Ahmadinejad, der sinngemäss sagte, damit seien die USA auf dem richtigen Weg.
Und jetzt wurde es lustig.
Die anschliessende Meldung lautete: amerikanisches Atom-U-Boot mit amerikanischem Kreuzer vor der iranischen Küste in der Strasse von Hormus zusammengestossen.  Was nicht in den Nachrichten erwähnt wurde, dass beide Schiffe lediglich Friedenstauben an Bord hatten.

Mannichl die Vierte

16/03/2009

Diese Provinzposse geht weiter. Der furchtlose Cop Mannichl heult sich im “Stern” aus. Richtig süss. Eigentlich soll er den Mund halten. Das hat ihm sein Vorgesetzter gesagt. Das Interview im “Stern” ist köstlich. Auf wichtige Fragen beruft er sich auf die Ermittlungen und kann dazu nichts sagen. Bei anderen unwichtigen Dingen plappert er munter drauflos. Auch heute, fast 3 Monate nach der “Tat” gibt es keine Einzelheiten zu seiner Wunde. Zeigen will er sie den Stern-Reportern nicht; die Ärzte dürfen darüber auch nichts sagen, da laufen noch Ermittlungen.——– Es duftet weiterhin sehr unangenehm!

Mannichl die Dritte

20/02/2009

Das LKA Passau informierte vor einigen Tagen, dass die Familienangehörigen für eine Beziehungstat nicht in Frage kommen. Das war mir schon klar. Den Mannichl wird man wohl garnicht erst verhört haben, ob er evtl. selbst da ein wenig Hand angelegt hat, um die Durchsetzung einer Gesetzesverschärfung etwas zu beschleunigen. Dass da etwas ganz gewaltig zum Himmel stinkt, ist wohl nicht zu übersehen. Ich vermute ‘mal, dass wir demnächst eine ganz plausible Erklärung für die “Tat” bekommen werden. Vielleicht in der Art, wie die Erklärung der Frau, die wegen Gattenmordes vor Gericht steht und dem Richter erklärt, dass ihr Mann ihr ins Messer gefallen sei, und zwar siebenundzwanzig Mal.

Ganz kleinlaut hat die Polizei jetzt die Fahndungsplakate zurückgezogen. Das war in den meisten Zeitungen, ebenfalls recht kleinlaut, in einem Dreizeiler zu lesen. Das interessante an dieser Aktion ist, man hat die Fahndungsplakate zurückgezogen, will heissen, nach den Personen, die auch Mannichl so als Täter beschrieben hatte, wird nun nicht mehr gefahndet. Auf der anderen Seite wurde die Belohnung für die Ergreifung des Täters vervierfacht. Das Geld hol’ ich mir. Dann lass’ ich jetzt ‘mal den Mannichl verhaften!!??

Dreieinhalb Wochen ist es her, dass der Herr Mannichl, seines Zeichens Polizeipräsident in Bayern, vor seiner Villa mit einem Messer angegriffen wurde. Sofort, und dafür bin ich unseren Medien dankbarst verbunden, wurden wir aufgeklärt, dass das nur Rechte gewesen sein konnten. Denn die hat der Herr Mannichl immer so bekämpft. Flugs hat man uns, wobei mich die Schnelligkeit da ab und an doch ein wenig irritiert, Bilder auf allen Kanälen gezeigt, in denen der furchtlose Cop Mannichl bei einer Demo von Rechten Ordnung schafft. Es wurde, auch flugs, eine 50-köpfige Sonderkommission gebildet und fleissig verhaftet. Zuerst 2 Männer, der rechten Szene zugeordnet, dann ein Ehepaar, ebenfalls der rechten Szene zugeordnet, aber das war alles nur heisse Luft. Phantombilder, die man nach Mannichl’s Angaben gefertigt und überall verteilt hat, sind laut Aussagen von Fachleuten wenig professionell.  Die, ich sag jetzt einfach ‘mal angeblichen, Täter haben mordsmässig grosse Tätowierungen an Hals und Gesicht. Und mit so einer Tätowierung kann man sich dann ja auch vor einer Sonderkommission mit 50 Beamten und einer informierten Bevölkerung verstecken. Das Tatmesser soll übrigens dem Herrn Mannichl gehören. Das hatte er auf seinem Fensterbrett draussen am Haus liegengelassen. Klar, wenn man jemanden meucheln will, dann nimmt man kein Messer mit, da wird schon irgendwas ‘rumliegen.  Übrigens, am Tatmesser befinden sich keine DNA-Spuren. Kommen wir hier vielleicht mit “cui bono”, also wem nützt es, weiter? Diese Geschichte hat natürlich einen Zweck. Denn, wie bereits gesagt, irritiert es mich gewaltig, wenn kurz nach der Tat auf allen Fernsehkanälen Politiker zu dieser Tat etwas sagen. Das ging mir nicht nur zu schnell, sondern das kam auch alles recht glatt daher. Immer der gleiche Tenor. Wir brauchen schärfere Gesetze, um diesen Radikalen das Handwerk zu legen. Übrigens, was macht eigentlich “Stasi-Mielke auf Rädern” (Schäuble), der ja für eine Verschärfung gerade dieser Gesetze eintritt, denn genau von dem hört man in den letzten Wochen nicht ein einziges Wort.

Heute hätte mein Sohn, der auf’s Gymnasium geht und dieses Jahr sein Abitur macht, 2 (!!) Stunden haben sollen. Die sind beide ausgefallen. Das ist, verglichen mit meinem Eintrag vom 15.12.2008 eine Steigerung um 100 Prozent.

elef3“Fürchtet Euch nicht” kannte ich bisher nur aus der Westkurve des heimischen Fussballstadions. Da sangen dann die Fans, wenn die Namen der Spieler des Gegners angekündigt wurden, “Fürchtet Euch nicht”.
Gestern, am sog. Heiligen Abend waren wir in der Kirche und da fiel natürlich auch der klassische Satz des Verkündungsengels der Weihnachtsgeschichte “Fürchtet Euch nicht, denn Euch ist der Heiland geboren..”. Die Kirche war proppevoll. Wie immer, einmal im Jahr. Die Leute standen sogar in den Gängen. Was mir gut gefallen hat, war das Singen. Insgesamt durften wir, also die Gemeinde, sechs Lieder singen. Einmal mussten wir sogar im Stehen singen. Richtig lustig fand ich das dritte Lied. Die 6 Strophen  “Vom Himmel hoch”. Da haben wir es der Orgel gezeigt. Angetrieben wurden wir von einem Sänger, der hinter der letzten Reihe stand. Unser Sohn sagte, das ist bestimmt Herr S., sein ehemaliger Mathe-Lehrer und  Mitglied des Posaunenchores. Der sang mit kräftiger Stimme und setzte immer einen kleinen Tick vor der Orgel ein.  Hätte er mehr Platz gehabt, wie gesagt es war proppevoll, dann hätte er auch noch theatralisch die Arme zum Singen ausgebreitet. Bei der dritten Strophe waren wir im gleichen Tempo wie die Orgel und es hörte sich alles richtig festlich weihnachtlich an.  Aber Herr S.wurde zunehmend selbstbewusster und die Strophe 4 begann Herr S. den Einsatz eine Zehntelsekunde vor der Orgel. Die Gemeinde schloss sich Herrn S. an und eilte davon. Die Orgel hatte schwer zu kämpfen schaffte aber zum Ende der 4. Strophe den Anschluss. Die Strophen 5 und 6 waren unvergleichlich. Man kann davon sprechen, dass die Gemeinde, Herr S. und die Orgel eine Einheit bildeten. Irgendwie hatte ich jetzt das Gefühl, mich im Jahre 2009 nicht fürchten zu müssen.

jul1Die sog. finanzkrise ist auch sprachlich hochinteressant.
firmen “erleiden” milliardenverluste. (man fühlt sich an die leiden des jungen werthers erinnert).
die bundesregierung stellt rettungsschirme zur verfügung, unter die dann banken ‘schlüpfen’.
nee, herrschaften, das ist euphemismus in reinkultur, als würde diese krise so aus dem dunkeln über uns hereinbrechen…..
nein,  das musste so kommen. das ist systemimmanent.
diese banker wollten in diesem system immer mehr profit, shareholdervalue machen und da hat man sich um ethik schon mal einen scheissdreck gekümmert.  gesetze wurden missachtet. Vor bestrafung musste man sich in der regel auch nicht fürchten. man muss sich das vorstellen. mir fällt da lediglich ein name ein, den man in den usa wohl vor gericht stellen wird.
es wurde fröhlich gezockt, versemmelt, gegen die wand gefahren.
heute,am hl.abend des jahres 2008 kommt der herr blüm (“die renten sind sischer”) daher und sagt, passend zum hl.abend (im Hamburger Abendblatt), dass es mit den auswüchsen der banker ein ende haben wird und dass in zukunft die werte des “ehrbaren kaufmanns”, der niemand “über den tisch zieht”, wieder vorrang haben werden.
passend zu dieser aussage meldet gerade die dpa, dass die löwen in afrika sich dieser aussage vom blüm vorbehaltlos anschliessen und sich ab heute, dem hl. abend des jahres 2008,nur noch vegetarisch ernähren werden.

Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz.Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung. Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KNALLBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papierebeinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren. Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich. Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel vonMandys Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen.Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus. Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KNALLBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und derSchnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

In diesem Sinne :  Prost!
———————-
aus dem Internet

Pisa-Studie

15/12/2008

schlechte_zaehne1Mein Sohn, der aufs Gymnasium geht und nächstes Jahr das Abitur machen wird, hätte heute 2 (!!) Unterrichtsstunden haben sollen.
Davon ist eine ausgefallen.

Vielleicht besteht ja zwischen der Frequenz von Schulbesuchen und den Ergebnissen der Pisa-Studien ein Zusammenhang. (Nicht nur beim Zähneputzen!!)

Strickliesel

09/11/2008

Habe heute Nacht schlecht geschlafen. Hatte morgens auch Kopfschmerzen. Lag wohl daran, dass mein Kopf höher lag als üblich. Das wiederum lag an dem Säckchen mit meinen Ersparnissen, die unter dem Kopfkissen lagen. Denn diese Sache hat mir die letzten Tage keine Ruhe gelassen. Kann man den beiden Mitgliedern Merkel und Steinbrück von der Rasselbande aus dem Bundestag trauen, wenn die uns “versichern”, die Einlagen der Sparer seien gesichert??  Da war doch schon ‘mal einer, den konnte man fragen, was man wollte und bekam immer das gleiche Mantra “Die Renten sind sicher” zu hören. Also, was bedeutet es, wenn uns versichert wird, die Einlagen der Sparer seien sicher. Ich vermute ‘mal, es bedeutet erst einmal garnichts. Man will vermeiden, dass die Sparer den Sparkassen die Hütte einrennen. Rechtlich gesehen ist diese Aussage vermutlich ohne Relevanz, denn ein entsprechendes Gesetz, das die Spareinlagen garantiert, gibt es nicht. Ich befürchte, das wird es auch nicht geben, und deshalb habe ich mir die Strickliesel wieder hervorgeholt und stricke mir jetzt einen Sparstrumpf, damit das mit den Kopfschmerzen morgens aufhört.

“Frau zu sein stell Dir ‘mal nicht so einfach vor”, höre ich immer von meiner Frau. Frau zu sein in der SPD ist noch eine Nummer härter.  Auch im zweiten Anlauf hat Frau Ypsilanti es nicht geschafft, Regierungschefin zu werden. Bis zuletzt soll sie mit weichem sch-Laut gezischelt haben “Isch will regieren!” und hat es voll versemmelt. Jetzt verzichtet sie auf die Position der Spitzenkandidatin, nicht aber auf den Posten als SPD-Chefin. Als Nachfolger hat sie einen “kreativen, intelligenten und fleissigen Abgeordneten” durchgedrückt, der besonders durch nichts als eine SPD-typische Besonderheit auffällt, nämlich durch einen Doppelnamen.
Frau Simonis hat es seinerzeit immerhin weitaus verzweifelter versucht, sich wählen zu lassen. Ingesamt sollen es wohl vier Versuche gewesen sein, ohne dass sie die erforderliche Mehrheit bekam. Simonis beklagt sich auch, dass die Abweichler Ypsilanti haben ins Messer laufen lassen. Eine bei der SPD nicht unübliche Methode sich im letzten Moment seines Gewissens zu erinnern.
Die Frage, die sich mir stellt, ist allerdings eine ganz andere, weil ich diese Art der politischen Auseinandersetzungen etwas zurückgelehnter und mehr aus dem Blickwinkel der Unterhaltung betrachte.  Ist es denn wirklich so wichtig, ob die Frau Simonis es geschafft hätte, oder die Frau Ypsilanti? Viel wichtiger ist doch das Leben danach. Das Leben nach der Politik. Da geht es doch erst richtig los. Ypsilanti und Simonis sollen doch als erstes Damen-Doppel bei der nächsten Staffel von “Let’s dance” mitmachen. Und als Überraschungsgast um das intellektuelle Niveau zu wahren hat sich Sarah Palin angesagt.

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

soll angeblich von Kurt Tucholsky 1930 geschrieben und in der “Die Weltbühne” veröffentlicht worden sein. Dem ist aber nicht so!! Siehe  Kurt Tucholsky-Gesellschaft.

Bei einer Fortbildung hatte ich einen Kollegen, der wqusste zwar nichts, konnte aber alles erklären. Auf schwierige Fragen antwortete er gern mit “Das ist doch ganz einfach” . Dass das nur ein geschickter Schachzug war, um Andere dumm aussehen zu lassen und denen den  Schneid abzukaufen, verstanden wir erst später. Das erinnert mich heute an Peer Steinbrück. Der geisselt lustvoll Amerikaner, Banker und weiss immer alles besser, neigt dazu ein wenig frech zu werden und gibt den Anderen das Gefühl, “diesbezüglich” nichts zu kapieren. Und dann tut er gern so, als wäre diese Finanzkrise aus heiterem Himmel gekommen. Aber zurück zum Thema.
Also, hier die Antwort auf die Frage, wie das amerikanische Finanzsystem funktioniert.
“Das ist nämlich ganz einfach. Ich erklär’ das mal an einem Beispiel:”

Der junge Chuck will mit einer Farm reich werden.
Als Anfang kauft er einem Farmer ein Pferd ab.
Er gibt dem Farmer seine ganzen 100 Dollar und dieser verspricht, das Pferd am nächsten Tag zu liefern.

Am nächsten Tag kommt der Farmer vorbei und teilt Chuck eine schlechte Nachricht mit.
“Tut mir leid, Kleiner, aber das Tier ist heute Nacht tot umgefallen.”
Meint Chuck: “Kein Problem. Gib mir einfach mein Geld zurück.”
“Geht nicht”, eröffnet ihm der Farmer. “Ich habe das Geld gestern bereits für Dünger ausgegeben.”

Chuck überlegt kurz. “Na dann”, fängt er an, “nehme ich das tote Biest trotzdem.”
“Wozu denn?” fragt der Farmer.
“Ich will es verlosen”, erklärt ihm Chuck.
“Aber Du kannst doch kein totes Pferd verlosen!?”, staunt der Farmer.
Doch Chuck antwortet: “Kein Problem! Ich erzähl’ einfach keinem, dass es schon tot ist…”

Monate später laufen sich Chuck – fein in Anzug und schicken Schuhen – und der Farmer
in der Stadt über den Weg.
Fragt der Farmer: “Chuck! Wie lief’s denn mit der Verlosung des Pferde-Kadavers?”

“Spitze”, erzählt ihm Chuck. “Ich habe über 500 Lose zu je 2 Dollar verkauft und meine
ersten 1’000 Dollar Profit gemacht.”

“Ja… gab’s denn keine Reklamationen?”
“Doch – vom Gewinner”, sagt Chuck. “Dem habe ich dann einfach seine 2 Dollar zurückgegeben.”

Heute verkauft Chuck strukturierte Finanzprodukte bei Goldman Sachs.

In der Zwischenzeit ist dieses Finanzsystem weiter verbessert, ääh reformiert worden.
Das bedeutet, dass Chuck seine 2 Dollar zurückbekommt, wenn er sich mit anderen “Pferdewetten” (wo es zum Beispiel nicht einmal ein Pferd gab, geschweige denn ein totes) verspekuliert hat.

Gestern bei Aldi.
“Du, Frau Müller, wir haben neue Ware. Kannst Du ‘mal schnell mit einräumen?”
Das hört man oft im Einzelhandel, ganz besonders bei Discountern. Einfach ungefragt das Du und der Nachname.
“Frau Behnke, wann machst Du heute Mittag?” oder “Übernehm ‘mal schnell Kasse 3, Frau Behrens”.
So geht es zu bei den sogenannten einfacheren oder “bildungsfernen” Mitgliedern der Gesellschaft.

Ab “white collar”, also Angestellte und aufwärts wird gern eine andere Form praktiziert. Da wird in der Regel nicht ungefragt d’rauflosgeduzt. Erst einmal muss ein gewisses Vertrauen vorhanden sein. Also mehr Vertrauen, als wir es gegenwärtig in die Politik und die Banken haben. Und dann wird bei passender Gelegenheit gefragt: “Darf ich Ursula und Sie sagen?”. Das lässt alle Möglichkeiten für einen evtl. Rückzug offen. Das hat auch so etwas Liberales, also FDP-mässiges. Die von der FDP wollen auch immer bei den Grossen dazugehören, aber das klappt meist nicht. Aber zurück zu den Höflichkeitsformen.

Es gibt auch noch eine dritte Form. Eine wirklich typisch deutsche Form. Das ist das sogenannte “Tages-Du”. Was es damit auf sich hat, kann man hier nachlesen.

Die Situation der Finanzkrise, in der wir uns jetzt befinden, hat mich angeregt, noch einmal in Tucholsky’s “Kurzer Abriss  der Nationalökonomie” zu lesen. Nationalökonomie ist, so können wir bei Tucho lernen, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. Ganz so weit sind wir heute ja noch nicht. Es ist ja nicht so, dass die Leute kein Geld haben, sondern die Banken haben keins. Aber wessen Geld ist es denn, was die Banken nicht mehr haben. Ich tipp’ ‘mal, dass es vielleicht doch das Geld der Leute war. Nun hören wir allenthalben, dass da viel Geld verbrannt ist, weg ist oder sich auf andere Wege verflüchtigt hat. Die Banker haben sich in einen Rausch gekokst und jetzt kommt das böse Erwachen. Eigentlich, so halten wir das hier in Hamburg mit den Drogenabhängigen, bekommen die dann eine Ersatzdroge und nicht mehr den echten Stoff. Aber das möchte die Frau Merkel nicht, denn “wir müssen den Menschen helfen”, sagt sie den Menschen und hilft den Banken. Und jetzt kommt da g’rad  noch einer von der Rasselbande um die Ecke, der Peer. Der hat sich ja neulich in der Tagesschau hingestellt und doziert über die Finanzkrise, die es ja seiner Meinung nach nur in den USA gibt. Der hatte allen Ernstes nicht begriffen, dass diese Krise innerhalb kürzester Zeit auf Europa übergreifen würde. Ein paar Tage später stellten sich die Kanzlerin und der Herr Minister vor die Mikrofone und verkündeten der Staat würde sämtliche Einlagen der Sparer garantieren. Dass die das garnicht wegen des fehlenden Gesetzes weder können noch dürfen ist den Beiden bekannt, aber sie wollen so verhindern, dass die Leute ihre Ersparnisse abholen und unter das Kopfkissen legen. Auch tut jetzt jeder so, als wäre diese Krise aus dem Dunkel der Nacht gekommen, ohne jegliche Ankündigung. Die Banker spielen ja nicht erst seit gestern verrückt. Die verkaufen diese Produkte (Derivate) seit Jahren, von denen ja wohl jeder derzeit zugibt, sie nicht zu verstehen.  Es wird einem angst und bange, wenn man diese Amateure hört.  Und die haben es nun mit Bankenprofis (Ackermännern) zu tun. Was hätte meine Oma jetzt gesagt?? “Na denn man Prost Mahlzeit!”

“Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“ so beginnt der Roman “Small World” von Martin Suter. Im Besonderen gerühmt von Literaturkritikern und Lesern wird der eben zitierte Eingangssatz. Ich bin dabei ein paar Male hängengeblieben. Ist das nun richtig mit dem Dativ?? Wem brannte im Kamin? Dem Holz oder der Holz?? Gefühlsmässig hätte ich den Nominativ angewendet, also ….. alles stand in Flammen, ausser das Holz im Kamin!
Es gibt da einen weiteren Satz, über den ich gestolpert bin, nämlich “Nicht nur dank dem Geld und der Chirurgie….” Also, ich hätt’ da wohl eher den Genitiv bemüht und “dank des Geldes” gesagt.
In der deutschsprachigen Schweiz, das wissen wir aus einem mehrjährigen Aufenthalt dort, wird es so gehandhabt wie im Roman. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Roman im schweizerischen Schriftdeutsch abgefasst wurde sind eine Reihe von Wörtern, wie z.B. Serviertochter für Kellnerin, Rande für rote Bete etc.
Nichtsdestotrotz (wem äääh was für ein Wort) machen gerade diese sprachlichen Besonderheiten für unsere Ohren die Authenzität des Romans aus, der überaus lesenswert, sehr spannend, hochaktuell und mit gesellschaftskritischem Bezug geschrieben ist.
Aber das mit das Holz im Kamin  ;-)

Kalifuzen

25/09/2008

“Kommt jetzt endlich zum Essen, ihr Kalifuzen” oder
“Das waren bestimmt irgendwelche Kalifuzen“.
“Kann denn der Kalifuz nicht aufpassen?”
Das ist ein Wort, dass es garnicht gibt, obwohl ich es oft anwende und jeder weiss, was (so ungefähr) gemeint ist. Nämlich das Wort Kalifuz (Singular, maskulin) und Kalifuzen (Plural)
Weil mir die Schreibweise nicht klar ist, habe ich bei Google gegooglet (was sollte man dort auch sonst machen?) und das Wort nicht gefunden.
Ebenso bei anderen Suchmaschinen.
Auch in anderer Schreibweise keine Treffer.
Nun wollen wir doch ‘mal sehen, ob vielleicht irgendjemand irgendeines fernen Tages nach “Kalifuzen” googlet.
Und dann würde er vielleicht hier landen, der arme Tor “und ist so klug als wie zuvor”.
Vielleicht murmelt er dann ja erbost “Verdammte Kalifuzen!”.

Chinesisch essen

24/09/2008

Die Chinesen, so habe ich gestern gelernt,
essen alles, was vier Beine hat und kein Tisch ist!

Wo wir’s g’rad vom chinesischen Essen haben….
Wer sich einen quick and dirty Bratreis machen will, für den hätte ich hier ein tolles Rezept!

Die da draussen

16/09/2008

Immer wieder höre ich das. “Wir müssen den Menschen da draussen” blablabla sagt mir die Frau Merkel im Fernsehen und der Dampfplauderer vom lokalen Radio will “den Hörern da draussen” auch irgendwas erzählen. Und der Herr Pflüger in Berlin hat den Leuten “da draussen” auch gern etwas erzählt. Nun ist er selbst draussen und gehört zu uns, zu denen da draussen.

“So”, sagte ich und rieb mir die Hände. Das hatte ich schon oft bei Kollegen erlebt, die, wenn sie etwas Neues beginnen wollten, und wenn es nur ein Telefonat war, erst einmal laut “so” sagten, damit auch die Anderen mitbekamen, dass hier jemand jetzt etwas arbeiten wollte.
Neben den “So-Sagern” gibt es noch die Schnippser. Die haben wir sicherlich alle schon einmal getroffen. Die kommen dann schnippsend vom Klo oder aus der Mittagspause und wollen nun den Anderen weismachen, dass es jetzt losgeht und dass sie etwas ganz wichtiges zu arbeiten haben
Und dann gibt es noch die Kombinierer. Also, die “So-Sager”, die auch das “Schnippser-update” geladen haben. Das sind die Gefährlichsten…… und ich bin ab sofort einer von denen, “so” sagte Kalwunde, rieb sich die Hände und ging schnippsend über den Flur, setzte sich an seinen PC und schrieb seinen ersten Eintrag mit dem Titel “So schnippst Kalwunde” in sein Blog

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